Polenfahrt 2018 Reisebericht

Die Tanz- und Späldeel Leba auf Reise nach Leba/Polen
am Fluß Leba

Ein großer Traum ging für uns in Erfüllung, als wir die Einladung vom Bezirk Mittelfranken bekamen im Zuge der Regionalpartnerschaften Pommern nach Kluki am Lebasee zu fahren um am Festival “Schwarze Hochzeit“  teilzunehmen.

Passend zu unserer Fahrt ist auch noch der Umstand, dass es genau 45 Jahre her ist, dass eine heranwachsende Kindergruppe in dem damaligen Verein Pommerania.e.V.  den Namen Tanzdeel Leba erhielt.

Am Samstag 28.04.2018 abends ging es mit dem Bus los. Eine sehr lange Nachtfahrt lag vor uns, doch schon hier hatten wir Glück und eigentlich angesagte Staus blieben aus. Und so kamen wir doch tatsächlich schon 2 Std früher in unserer Unterkunft in Smolsinki Las (einem kleinen Dorf in der Nähe von Kluki) an. Da es erst 6.00Uhr früh war, war außer dem Storchenpaar vor dem Haus und ein paar Hühnern noch keiner wach. Doch wir mussten nicht lange warten, zwar etwas überrascht, aber doch sehr freundlich wurden wir von dem Wirt Dariuz begrüßt. Leider sprach Dariuz kein Wort Deutsch und auch kein Englisch, aber mit Händen und Füßen ging die Verständigung dann auch so ganz gut und ehe wir noch richtig unsere Zimmer bezogen hatten, wurde uns von Dariuz und seiner Frau schon ein fürstliches Frühstück bereitet.

Frisch gestärkt begaben sich dann ein paar von uns auf Erkundungstour. Andere zogen es vor ein bisschen zu schlafen oder einfach nur in dem wunderschönen Garten zu sitzen und die Sonne zu genießen.

Den Erkundungstrupp (Roland, Chris, Norbert, Toni, Bianka und Hilke) zog es zum Meer.

Nach ca. 1 Std Fußmarsch (ca. 6km) durch den wunderschönen Nationalpark wurden wir mit einem Traumstrand belohnt. Diesen tollen Anblick wollten wir dem Rest der Gruppe nicht vorenthalten, also sind wir  schnell wieder die 6km zurückgelaufen und nach einer kurzen Erholungspause machte sich die ganze Gruppe auf den Weg zum Strand.

Es war ein traumhaft schöner Tag, superschöner weißer Sandstrand soweit das Auge reicht. Unsere Kleinen fingen sofort an Sandburgen zu bauen, andere sehr Mutige wagten sich sogar in die doch noch mit 12°C sehr kalte Ostsee. Erst am späten Nachmittag machten wir uns wieder auf den langen Rückweg, den selbst unsere Jüngsten ganz tapfer und brav meisterten.

Mit einem fürstlichen und sehr leckeren Abendessen (Nudelsuppe, Schnitzel, Kartoffeln und Salat) endete dann unser erster Tag. Todmüde ging dann auch jeder relativ bald nach dem Essen schlafen.

  1. Tag Montag 30.04.2018

Heute sollte es in unsere Namensvetterstadt Leba gehen. Pünktlich um 09.30 stand unser Reiseführer Woitek bei uns auf der Matte. Mit dem Bus ging es dann durch viele kleine pommersche Dörfer, zu denen Woitek uns meist eine kleine Anekdote erzählen konnte. Für viele Lacher sorgten die Dorfnamen Putzig und Witzig, es wurde den Rest der Reise fast zu einem Schlachtruf: „ Das ist nicht Witzig, sondern Putzig“

Erstes Ziel unserer sehr unterhaltsamen Busfahrt waren dann die Lonskedünen.

Nachdem jedem von uns die Monsterwanderung von gestern noch in den Knochen steckte, fuhren wir mit einem Elektrofahrzeug vom Parkplatz bis zu den Dünen.

Dann aber schnell Schuhe ausgezogen und schon krabbelte einer nach dem anderen den Sandhügel hoch. Unsere tapferen Oldies taten sich zwar etwas schwerer, aber mit vereinten Kräften schaffte es ein jeder den „Gipfel“ zu bezwingen. Die Landschaft, die uns dort oben erwartete raubte uns dann doch erstmal den Atem. (Oder waren es doch nur die Anstrengungen des Aufstiegs?)  Sand soweit das Auge reichte, nachdem wir auch noch strahlenden Sonnenschein dazu hatten war es einfach nur wunderschön. Es wurden viele Vergleiche gezogen, die einen sagten sie sind in der Wüste, die anderen sahen eher das Skigebiet und für manche war es eben einfach nur ein großer großer Sandkasten.

ca. 1 ½ Std hielten wir uns auf den Dünen und natürlich am Strand auf, danach ging es wieder mittels Elektrofahrzeug zurück. An der Endstation erholten wir uns von der Sandkletterei in einem schönen Restaurant und probierten die Spezialität Walnuss Suppe.

Nach dieser Stärkung ging es mit dem Bus weiter ins Städtchen Leba. Bis hierhin war Petrus ja immer auf unserer Seite gewesen. Aber ausgerechnet in Leba angekommen, zogen dicke schwarze Wolken am Himmel auf. Wir schafften grad mal eine kurze Führung zur Kirche und die Hauptstraße hinunter zum Fluß Leba. Dort dann unser langersehntes Bild, (Die Leba an der Leba in Leba) leider fing es genau dort zu regnen an. Kurz danach öffneten sich die Schleusen richtig und alles hastete zum Bus zurück. Etwas durchnässt saßen wir dann wieder im Bus und unsere Sightseeing Tour durch Pommern ging über Lauenburg und Stolp zurück zu unserer Unterkunft. Dank vieler Baustellen und einem Stau in Lauenburg kamen wir etwa 1 Std später als geplant zurück, aber wir bekamen natürlich auch dann noch ein sehr gutes Abendessen( Rote Beete Suppe, Schweinebraten, Salat und natürlich Kartoffeln)

  1. Tag Dienstag 1. Mai

Nach dem Frühstück wurde sich gleich in Schale geschmissen. Bevor es mit dem Bus die paar km nach Kluki ging, gab’s natürlich noch schnell eine Stellprobe. Im Museumsdorf Kluki angekommen wurden wir von einem Dolmetscher empfangen, den uns Paulina (unsere Kontaktfrau vom Bezirk Mittelfranken) organisiert hatte. Wir bekamen einen Prospekt in die Hand und er zeigte uns den Eingang zum Dorf und wo unsere Bühne (ein paar Bretter auf dem Boden zusammengeschraubt) ist. Der Weg durchs Dorf musste immer mal wieder für Fotosessions unterbrochen werden.

Mittags um 12.00Uhr war dann die offizielle Eröffnungsfeier der „schwarzen Hochzeit“, wobei wir auch ganz offiziell vom Chef des Museums Hr. Soja begrüßt wurden.

Der Nachmittag war dann voll mit Auftritten.

2x 20Min. in Fischertracht und 2x 20Min. in Belbucker Tracht

Das Publikum war begeistert und nach unseren Auftritten wurden wir belagert für Fotos und Infos. Auch erste Kontakte wurden geknüpft mit der kaschubischen Folkloregruppe „Nadolanie“aus Gniewinie.

Unser Erbsbär aber war das Highlight im ganzen Dorf. Er kam kaum vorwärts und musste an fast jedem Stand für ein Foto halten, allerdings wurde er dafür auch gut belohnt mit Flüssigem.

Dariuz empfing uns dann abends mit Tomatensuppe mit Nudeln, Fisch und natürlich wieder mal Kartoffeln

  1. Tag Mittwoch 2. Mai

Es ging wieder ins Museumsdorf, wo nochmal ein Auftrittsmarathon auf uns wartete. Allerdings hatten wir heute den ganzen Tag und somit waren die Auftritte etwas verteilter und wir hatten zwischendurch noch etwas Zeit uns die schnuckeligen kleinen Häuschen näher zu betrachten. Auch konnten wir einer weiteren Kaschubischen Folkloregruppe bei ihrem Auftritt zuschauen. Man kam auch recht schnell ins Gespräch und der nächste Kontakt war gewonnen mit der Gruppe “Ziemia Leborska“ aus Lauenburg. Einige Mitglieder dieser Gruppe schlossen sich bei unserem letzten Auftritt gleich uns an und tanzten den Schluss des Krakowiak mit uns zusammen. Ein gemeinsames Gruppenfoto wurde natürlich auch noch gleich gemacht und es wurde sich gegenseitig versprochen, dass wir uns auf alle Fälle wieder sehen. Vielleicht schon im nächsten Jahr in Deutschland.

Mittags wurden wir von der Museumsleitung zu einer typischen kaschubischen Suppe „Zur“ (Kartoffelsuppe mit Würstchen) und Schmalzbrot eingeladen.

Es waren insgesamt zwei sehr ereignisreiche und auch lehrreiche Tage für jeden von uns. Zum Schluss gab es noch eine kleine Abschiedsrede von Hr. Soja dem Museumsleiter und dann verließen wir glücklich, aber auch müde und geschafft gegen 17 Uhr das wunderschöne Dörfchen Kluki.

In unserer Unterkunft angekommen, empfing uns gleich Dariuz und wollte uns mal wieder gleich seinen Schnaps anbieten. Aber erstmal hatte unser Vereinseigener Masseur „Dr. Nob“ große Sprechstunde. Es wurde massiert und hier und dort ein Tape angelegt. Unsere Tänzer hatten aber auch die letzten zwei Tage eine ganze Menge geleistet. (8 Auftritte !!)

Nachdem sich jeder umgezogen und geduscht hatte, gab´s dann erstmal ein gutes Abendessen ( Kartoffelsuppe „Zur“, Fleischküchle, Salat und wie könnte es anders sein Kartoffeln).

Unseren letzten Abend in unserer Unterkunft „Pod Debem“ hier in Smolsinki Las wollten wir gemütlich ausklingen lassen und so trafen wir uns alle am Lagerfeuer. Hilke holte noch die Gitarre raus und es wurde lustig gesungen, geratscht und auch ein klein bisschen getrunken. Unser Busfahrer Tobi war inzwischen voll in die Gruppe integriert und spendierte zur Freude vieler einen halben Kasten Bier. Leider fing es dann doch noch am Abend zu regnen an und somit löste sich die gemütliche Runde schneller als erwartet so nach und nach auf.

 

  1. Tag Donnerstag 03.05.2018

Nach einem reichhaltigen Frühstück, wie wir es jeden Tag bekommen hatten, hieß es dann Abschied nehmen von dieser schönen Unterkunft „Pod Debem“ und natürlich von Dariuz und seiner Frau. Alles wurde wieder in den Bus verfrachtet und weiter ging unsere Reise durch das wunderschöne Pommernland nach Danzig.

Dort erwartete uns ein sehr schönes Hotel mitten in der Innenstadt. Pünktlich um 14 Uhr kam dann auch unsere Reiseführerin, die wir für eine Stadtführung gebucht hatten. Wir marschierten durch die wunderschönen Straßen Danzigs mit seinen wirklich beeindruckenden Häuserfassaden. Wir lernten, dass nicht immer hinter einer Häuserfassade auch ein Haus steckt, oftmals bedecken 3-4 Fassaden ein Haus im Hintergrund, so dass manchmal hinter einer Fassade nur ein Treppenaufgang steckt.

Eine Kirche, die wir besichtigen durften, wurde uns vorher von unserer Reiseführerin so beschrieben: „Es ist eine Kirche, aber doch keine richtige Kirche“

Im ersten Moment konnten wir damit nichts anfangen, in der Kirche dann aber sahen wir eine sehr große Bühne anstatt eines Altars. Wir erfuhren, dass diese Kirche zwar noch manchmal für Hochzeiten oder Taufen benutzt wird, hier aber auch viele kulturelle Veranstaltungen sattfinden. Diese Kirche hat sich also mehr zum Kulturtreff entwickelt. Für uns war sehr schnell klar, hier müssen wir unbedingt irgendwann nochmal her und dann einen Auftritt in dieser Kirche auf dieser schönen Bühne organisieren.

Weiter gings durch Danzigs Straßen an der Markthalle vorbei, die von außen wunderschön ist, uns im Inneren aber dann doch etwas enttäuschte.

Die Besichtigung der größten Kirche, der Marienkirche schenkten wir uns, da sie zurzeit restauriert wird und alles auch im Inneren eingerüstet und verdeckt ist.

Aber wir bekamen noch Einblick in ein Nobelrestaurant, in dem schon viel Prominenz verkehrte. Hier wurde uns das echte Danziger Goldwasser vorgestellt.

Weiter ging es natürlich noch zum Hafen mit dem berühmten Krantor. Dort organisierte unser Kassenwart Petra gleich noch Karten für eine Schifffahrt für den nächsten Tag.

Zum Schluss unserer Führung ging es dann noch in ein Bernsteingeschäft, in dem uns gezeigt wurde wie Bernstein bearbeitet wird und wie man falschen Bernstein von echtem unterscheiden kann. Der ein oder andere nahm dann auch noch ein kleines Bernsteinandenken mit.

Inzwischen war es doch schon wider 17 Uhr geworden und jeder hatte Hunger bekommen. In kleineren Grüppchen suchte sich jeder ein passendes Restaurant oder Pizzeria, um den Hunger zu stillen. Manche gingen auch noch eine Weile shoppen durch die Danziger Altstadt. In der Hotellobby traf sich dann alles wieder und es wurde dort noch ein wenig lustig zusammen gesessen.

  1. Tag Freitag 04.05.18

Es hieß sehr früh aufstehen, da wir schon um 08.15Uhr mit einem Schiffchen zur Insel Hela fahren wollten. Jeder schaffte es rechtzeitig zum Frühstück und pünktlich um 07.45 Uhr marschierten wir Richtung Hafen los.

Wiedermal hatten wir traumhaftes Sonnenwetter und so war die ca. 3 Std. Überfahrt zur Halbinsel zwar trotzdem etwas frisch und windig, aber auch wunderschön. Und da man sich gut am Deck aufhalten konnte, wurde auch niemanden schlecht.

Auf der Insel Hela angekommen hatten wir dann ca. 3 Std. zur Verfügung die Insel zu erkunden. Die meisten zog es erstmal zu der Robbenstation, eine Aufzucht und Forschungsstation für einheimische Robbenarten der Uni Danzig. Außerdem wurde hier sehr auf die Meeresverschmutzungen, vor allem mit Plastikmüll, aufmerksam gemacht. Aus Plastikflaschen wurden sehr beeindruckende Kunstwerke gebastelt. Leider waren die ganzen Erklärungen nur auf Polnisch, so dass wir uns die Bilder selber erklären mussten.

Wir wanderten noch zum Leuchtturm und suchten auf der ganzen Insel vergeblich nach einer Fischbude. Souvenirbuden mit ner ganzen Menge Kitsch gab’s an jeder Ecke, aber Fisch gab es leider nur in den vielen Restaurants zu essen und wir wollten ja eigentlich nur ein Fischbrötchen. Aber wir sind ja flexibel und so wurde halt in einer Eisdiele sich kurz ausgeruht.

Um 15 Uhr ging es dann mit dem „Böötchen“ wieder nach Danzig zurück.

Abends trafen wir uns dann alle zu einem gemeinsamen Abschiedsessen im Hardrock Cafe Danzig.

Es wurde ein sehr lustiger Abend, bei dem wohl jeder satt wurde. Die letzten polnischen Zlotys wurden hier ausgegeben. Sehr imposant war dann auch die Beleuchtung der Marienkirche und des Neptunbrunnens, als wir dann im Dunkeln zu unserem Hotel zurückgingen.

  1. Tag Samstag 05.05.18 Heimfahrt

Nachdem wir das reichhaltige Frühstücksbuffet unseres Hotels in vollen Zügen genossen hatten, hieß es dann endgültig Abschied nehmen. Der Bus wurde beladen und wir fuhren um 09.00 Uhr in Danzig los. Vorher hatten wir uns noch von Roland und Daniela verabschiedet, da die weiter nach Barcelona in den Urlaub wollten.

Im Bus war es anfangs sehr leise, jeder hing seinen Gedanken nach, und ließ diese wunderschöne Reise Revue passieren. Es waren so unwahrscheinlich viele Eindrücke, die man bekommen hat in diesen doch eigentlich wenigen Tagen.

Unser guter Gruppenzusammenhalt wurde auf dieser Reise wiedermal extrem sichtbar, es gab keine Streitereien oder sonstige Probleme.

Kurz vorm Hermsdorfer Kreuz war dann wieder Busfahrerwechsel und wir mussten uns von unserem Busfahrer Tobi verabschieden. Er war in dieser einen Woche schon ein richtiges Gruppenmitglied geworden und wir freuen uns schon jetzt wenn wir wieder mal mit ihm irgendwo hin fahren dürfen.

Ca.22.00 Uhr waren wir dann wieder in Erlangen am Busbahnhof, wo schon so einige als Empfangskomitee standen.

Jeder lag jedem in den Armen um sich zu verabschieden.

Gesamt Resümee der Fahrt:
ES WAR EINFACH  TRAUMHAFT SCHÖN !!!!!

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Tanz- und Späldeel Leba